GOLF – für Anfänger erklärt

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Wir erklären Ihnen in diesem Artikel einmal ganz von vorne, was es mit dem Golfsport auf sich hat. Wie funktioniert das Spiel, was ist Stableford, wie verhalte ich mich, warum gibt es soviele Schläger?

 

„Golfen und Sex sind die einzigen Dinge, die man richtig genießen kann ohne wirklich gut zu sein.“

 

Ein Golfplatz hat 18 Spielbahnen

Eine Spielbahn beginnt mit einem kurzgemähten Bereich, der Abschlag genannt wird. Die Männer schlagen gleich am Anfang der jeweiligen Bahn ab, die Frauen dürfen etwas weiter vorne abschlagen. Damit man weiß, wer wo Abschlagen muss, sind die jeweiligen Abschläge mit farbigen Markierungen versehen. Neben den üblichen Golfplätzen mit 18 Spielbahnen, gibt es auch kleinere Anlagen mit 9, oder größere mit 27 Spielbahnen.

 

Par 3, 4 & 5

Die Spielbahnen sind verschieden lang und bei einer kurzen Bahn braucht man natürlich weniger Schläge, bis man an dem Bahnende angekommen ist. Auf jedem Golfplatz gibt es innerhalb der 18 Spielbahnen immer nur 3 Arten von Spielbahnen: kurze, mittlere und lange Spielbahnen. Man nennt Sie Par 3, Par 4 und Par 5 Spielbahn.

 

Rough,Fairway, Vorgrün & Grün

Nach einem geraden Abschlag fliegt der Ball auf das Fairway. Das Fairway hat die größte Rasenfläche einer Spielbahn. Das Gras ist zwischen 16 und 18 mm hoch. Links und rechts von dem schön geschnittenen Fairway, befindet sich das Rough. Dort gibt es verschiedene Bodenbeschaffenheiten, die das Weiterspielen sehr schwierig machen: Naturwiese, höheres Gras, Sträucher oder pure Wildniss. Am Ende des Fairways folgt nach dem Vorgrün das Grün. Auf dem Grün steckt die Fahne und hier sind das Ende und Ziel der Golfbahn.
Das Grün ist gepflegt wie ein Wohnzimmerteppich, das Gras extrem kurz und dicht. Denn hier wird der Golfball nicht mehr geschlagen, sondern geputtet.

 

Birdie, Par, Bogey

Ziel des Golfens ist es, den Ball mit möglichst wenig Schlägen in das Loch zu befördern. Wir wissen, dass es drei verschiedene Arten von Löchern gibt: Par 3, Par 4, Par 5. Für die benötigte Anzahl an Schlägen haben sich im Golfsport spezifische Ausdrücke etabliert. Wer z.B. bei einem Par 4 Loch nur 3 Schläge gebraucht hat, hat einen „Birdie“ gespielt. Bei 4 Schlägen ein „Par“, bei 5 Schlägen einen „Bogey“. Danach folgen der „Doppel Bogey“ und der „Triple-Bogey“.

 

Die Platzreife

Am Anfang ist auch ein „Triple Bogey“eine große Herausforderung. Damit man auf einer echten Golfrunde wirklich Spaß hat, macht es Sinn, dass man schon ein wenig spielen kann. Deshalb gibt es beim Golfen die „Platzreife“. Dafür gibt es Kurse, die genau zu Ihnen passen. Sie lernen die Basis des Golfschwungs, die Regeln und die Etikette. Im Anschluss haben Sie die Platzreife erlangt und dürfen ab sofort bei Turnieren antreten.

 

Etikette und Regeln

Ein großer Bestandteil des Sports sind die Regeln und für deren Einhaltung ist man zunächst ganz alleine verantwortlich. Wobei sich der Begriff des „Gentlemansports“ auch auf das Verhalten, die „Etikette“ bezieht. Die Einhaltung der Regeln machen das Spiel so richtig spannend und man kann mit sich selbst und anderen in einen sportlichen Wettkampf treten. Auch wenn es dicke Regelwerke gibt, reichen im Golfalltag einige wichtige Grundregeln aus. Darin wird z.B. geklärt, was passiert, wenn man einen Ball ins Wasser geschlagen, oder im Rough verloren hat.

Die Etikette hingegen regelt das Verhalten unter den Golfern. Im Wesentlichen geht es um Fairness, Rücksichtnahme und sportliches Miteinander.

 

Spielen im Flight

In den meisten Clubs meldet man sich einfach kurz im Sekretariat und beginnt dann auf dem ersten Abschlag mit seinem Spiel. Wenn dort schon andere Spieler warten, stellt man sich in die „Schlange“. Es ist absolut erwünscht anderen Spielern anzubieten, mit Ihnen zusammen eine Runde zu spielen. Dabei wird jeder Golfer auch respektieren, wenn Sie lieber alleine spielen und eine Ablehnung niemals persönlich nehmen. Am Wochende sind viele Golfer auf dem Platz. Daher gibt es Startlisten. Man kann schon Tage vorher im Sekretariat eine Startzeit reservieren, um stressfrei Golf zu spielen. Da viele gleichzeitig spielen wollen, werden sogenannte „Flights“ zusammengestellt. Ein „Flight“ besteht also aus Ihnen und bis zu drei weiteren „Flightpartnern“. Sie werden als angenehmer Flightpartner wahrgenommen, wenn Sie folgende Dinge beachten. Am Abschlag wird zunächst das Abschlagsrecht ausgelost und auf den weiteren Löchern beginnt derjenige, der zuvor die wenigsten Schläge gebraucht hat. Nachdem alle im Flight abgeschlagen haben, nimmt jeder seine Schläger und läuft bis zu der Stelle, an der der nächste Ball liegt.

Alle warten, bis derjenige geschlagen hat und dann ziehen alle wieder weiter zum nächsten Ball. So kann niemand verletzt werden und niemand wird bei seinem Schwung gestört. Während andere schlagen, sollte man sich immer ruhig verhalten. Gerade wenn Sie Anfänger sind und in einem Flight spielen, können Sie einfach nach dem 8. oder 9. Schlag Ihren Ball aufheben und mit zum nächsten Abschlag nehmen. Es ist keine Schande, eine Spielbahn nicht ganz zu Ende zu spielen, um die Golfrunde nicht aufzuhalten.

 

Bunker & Wasser

Neben den verschiedenen Grasbereichen gibt es auf einem Platz auch Sandbunker und Wasserhindernisse. Die entsprechenden Regeln haben Sie dann in Ihrem Platzreifekurs gelernt. Sollten Sie mal mit mehreren Versuchen gescheitert sein, bleiben Sie entspannt, rechen Sie den Sand und gehen mit neuem Elan zum nächsten Abschlag.

 

Eisen, Wedges, Hölzer, Hybrid & Driver

In einem Golfbag sind bis zu 14 Schlägern erlaubt. Zunächst gibt es einen Eisensatz. Die einzelnen Schläger sind durchnummeriert und unterscheiden sich hauptsächlich dadurch, dass Ihr Schlägerblatt einen jeweils anderen Winkel aufweißt. So können Sie nämlich immer den gleichen Schwung machen und der Ball fliegt trotzdem verschieden weit, je nach Schlägerwahl. Am Anfang haben Sie ein Eisen 5,6,7,8 und 9. Das Fünfer fliegt lang und flach, das Neuner kurz und hoch. Die anderen sind jeweils dazwischen. Das sogenannte Pitching Wedge – kurz einfach „P“ genannt, fliegt noch etwas kürzer wie das Neuner Eisen und lässt sich auch hervorragend mit einem halben Schwung bzw. einem viertel Schwung, dem „Pitch“ spielen.

Das Sandwedge – auch „S“ genannt – wird im Bunker verwendet.  Auf dem Grün nutzen Sie Ihren Putter, um den Ball nur noch zum Rollen und nicht zum Fliegen zu bringen.  Der Driver ist der längste Schläger im Bag, mit dem größten Schlägerkopf. Er wird nur am Abschlag genutzt, da nur dort die Bälle auf einem Tee aufgesetzt werden dürfen.

Mit diesem Schläger fliegt der Ball am weitesten.

Hölzer sind für Anfänger weniger geeignet, stattdessen gibt es die sogenannten Hybrid oder Rescueschläger. Sie sehen aus wie ein kleinerer Driver und lassen sich wesentlich leichter schlagen, wie ein Fairwayholz. Man kann mit ihnen weiter und leichter als mit den Eisen schlagen.

 

Anfänger Sets

Alle Hersteller locken mit den gleichen Versprechen von Fehlerverzeihung, Kontrolle und Weite. Dann gibt es noch eigene Fittingevents, bei denen die Schläger genau auf Sie abgestimmt werden. Als Anfänger sind diese Dinge nicht relevant. Für die ersten 2-3 Jahre empfehle ich ein handelsübliches Schlägerset, welches aus einem Eisensatz besteht, das in der Preisklasse von 400 – 800 Euro liegt. Mit keinem der großen Marken machen Sie hier einen Fehler. Hüten Sie sich vor Profischlägersätzen, auch wenn diese zum Schnäppchenpreis dargeboten werden. Als Anfänger werden Sie mit diesem kompromisslosen Material nicht glücklich.
Anfänger sollten sich für einen Graphit und nicht für einen Stahlschaft entscheiden. Hinzu kommen ein Driver, sowie ein Dreier und Fünfer Rescue in mittlerer Preisklasse. Da Sie am Anfang noch keinen richtigen Golfschwung können, macht auch ein Fitting wenig Sinn. Sollten Sie jedoch besonders groß oder klein sein, oder unter Hüft bzw. Bandscheibenproblemen leiden, sollten Sie sich mit Ihrem Pro beraten. Dann könnte es hilfreich sein, einen längeren/kürzeren Schaft, einen anderen Griff, oder einen anderen Winkel zu wählen. Bei einem Putter haben Sie die Quahl der Wahl. Nachdem Ihr Pro Ihnen einen vernünftigen Griff und die richtige Bewegung rudimentär beigebracht hat, sollten Sie einfach diverse Putter ausprobieren. Auch hier gibt es keine „falschen Putter“. Sobald Sie Ihr HCP auf unter 30, 20, 10 gespielt haben, macht es natürlich wieder Sinn, mit einem neuen Schlägersatz individueller auf Ihren Schwung einzugehen.

 

Stableford

Golf ist ein Spiel und „Stableford“ bezeichnet eine besondere Wettspielform, die erstmals 1932 eingesetzt wurde und zu Popularität gelangte, weil Spieler auf verschiedenen Spielniveaus ernsthaft gegeneinander antreten können. Das ist in etwa so, als würden Sie gegen Angelique Kerber im Tennis antreten und gewinnen, obwohl Frau Kerber völlig erschöpft am Boden liegt – also ziemlich cool. Gleichzeitig verstehen viele nicht so genau, wie bei Stableford eigentlich gezählt wird und wie es funktioniert. Hier nun eine sehr einfache Erklärung für Anfänger. Stableford ist eine Wettspielform, bei der man möglichst viele Punkte erreichen muß. Dabei ist es umso schwerer Punkte zu erzielen, je besser man Golf spielen kann. Und genau da, kommt das sogenannte Handicap ins Spiel. So kann es sein, dass Sie auf einem Par 4 sechs Schläge brauchen und Ihr Mitspieler nur vier. Trotzdem bekommen Sie beide 2 Stablefordpunkte. Doch wie berechnet man das genau? Der Golfplatz hat 18 Löcher. In Beuerberg sind das drei Par 3 Löcher, zehn Par 4 Löcher und fünf Par 5 Löcher. Spielt man jedes Loch als „Par“ würde man 74 Schläge benötigen. Das ist sozusagen die Referenz. Wer das konstant spielen würde, hätte HCP 0. Ein Spieler mit HCP 0 bekommt für jedes Par das er spielt 2 Stablefordpunkte. Er würde also bei 18 Loch 36 Stablefordpunkte erspielen.

Nehmen wir nun einen Spieler, der auf jedem Loch einen Schlag mehr braucht, also einen Bogey spielt. Dieser hätte also HCP 18. Er würde bei jedem Bogey 2 Stablefordpunkte bekommen.Das sind bei 18 Löchern ebenfalls 36 Punkte. Und um es deutlich zu machen: ein Spieler, der auf jdem Loch 2 Schläge mehr als ein Par braucht, also jeweils einen Doppelbogey spielt, hätte HCP 36 und würde für jedes Doppelbogey 2 Stapelfordpunkte bekommen. Das sind bei 18 Löcher wieder die 36 Punkte.

Man hätte also 3 Spieler, die am Ende des Tages alle gleichviel Punkte erspielt hätten. Obwohl der Spieler mit 0 HCP 74 Schläge gebraucht hat, der Spieler mit 18 HCP 92 Schläge und der Spieler mit 36 HCP 110 Schläge.

Um das genau zu berechnen, gibt es die sogenannte „Vorgabe“. Diese „Vorgabe“ zeigt also die Schläge an, die man auf einer Bahn mehr als das jeweilige „Par“ haben darf, um trotzdem 2 Stablefordpunkte zu bekommen. Ein Spieler mit HCP 36 hat also auf jeder Spielbahn eine Vorgabe von „2“. Spielt er ein Doppelbogey, was zwei Schläge mehr als Par ist, bekommt er zwei Stablefordpunkte. Spielt er ein Bogey bekommt er sogar drei und bei einem Par bekommt er gar vier Stablefordpunkte. Die „Vorgabe“ variiert also von Spielbahn zu Spielbahn je nach Handicap. Jede Golfbahn wird nämlich nach einer Schwierigkeit von 1-18 eingeordnet. Warum das notwendig ist wird deutlich, wenn wir uns einen Spieler mit z.B. HCP 34 anschauen. Hätte er auf jeder Bahn auch 2 Schläge vor, würde er ja am Ende zwei Punkte mehr bekommen, als ein Spieler mit HCP 36.
Deshalb hat er auf den zwei leichtesten Spielbahnen nicht mehr zwei Schläge vor, sondern jeweils nur noch einen. So stimmt am Ende des Spiels die Rechnung wieder und es wird deutlich, warum wir eine Schwierigkeitseinordung der Bahnen brauchen.

 

Handicap verbessern

Wie aber verbessert man nun sein Handicap? Einfach gesagt verbessert man sein Handicap, indem man es schafft bei einer Runde mehr, als 36 Stabelfordpunkte zu erspielen. Als Anfänger verbessert man sich pro Stablefordpunkt über 36 um 1,0. Wenn ich also mit HCP 54 beginne und 38 Stablefordpunkte bei einem Turnier spiele, habe ich 2 Punkte mehr erspielt als die genannten 36. Dafür bekomme ich nun 2 Punkte bei meinem Handicap abgezogen und mein neues HCP ist 52. Übrigens können Sie sich bis zu einem HCP von 26,4 nur verbessern. Sie müssen also keine Angst vor einer schlechten Runde haben. Wenn Sie besser sind als HCP 26,4 würde sich ihr Handicap nämlich verschlechtern, wenn Sie nicht mindestens ein vorgeschriebenes Minimum bei einem Turnier spielen. Aber bis Sie bei so einem Handicap angekommen sind, haben Sie alle diese Regeln sowieo schon längst verinnerlicht.