Medical Needling – Luxusproblem Schönheit Teil 4

In dieser Kolumne widmet sich Dr. med. Karin Semprini den kleinen „Luxusproblemen“ der Schönheit, die mitunter großen Raum in unseren Köpfen einnehmen können. Zu Recht. Diesmal: Medical Needling.

 

Endlich Frühling! Haben Sie einen Garten zu Hause? Dann kennen Sie bestimmt das Vertikutieren von Rasenflächen. Dabei wird Moos entfernt, der Boden belüftet und aufnahmefähig gemacht für frische Grassamen und Dünger – und der Rasen leuchtet bald in jungem Grün. Kurz: eine Anti-Aging-Kur für den Garten.

 

Mindestens ebenso geniale Effekte hat Medizinisches Needling auf unsere Haut. Nein, Sie müssen nicht erschrecken. Die Behandlung ist minimal invasiv und absolut harmlos. Sie verbessert die Hautstruktur und verjüngt das Aussehen. Falten werden reduziert, die Haut verfeinert, Pigmentstörungen gemildert.

Die Methode ist perfekt für alle, die sich an Hyaluron und Botox nicht herantrauen und eine natürliche Anti-Aging-Methode suchen, und lässt sich auch wunderbar als Kombinationstherapie mit Botox und Füllern anwenden.

Kennengelernt habe ich das Needling 1998 bei Dr. med. Desmond Fernandez, Plastischer Chirurg in Kapstadt, Südafrika, der das Verfahren des Chirurgischen Needling entwickelt hat. Als Ärztin im Red Cross Kinderhospital auf der Station für Brandopfer durfte ich miterleben, wie Dr. Fernandez damit einzigartige Erfolge feierte und die Lebensqualität der Kinder extrem verbesserte. Seit 2001 setze ich selbst das sanftere Medical Needling ein – mit kürzerer Nadellänge für rein ästhetische Behandlungen.

Das Geheimnis der Methode: Es werden keine Medikamente in die Haut eingebracht. Durch die Behandlung werden körpereigene Regenerationsprozesse angeregt und Schleusen geschaffen für natürliche, hautstimulierende Wirkstoffe wie Vitamin A und E.

Medical Needling – “Reperatur, bitte – aber schnell.”

Wie funktioniert das Ganze? Die zu behandelnden Hautpartien werden zuvor mit einer anästhetischen Creme betäubt, Sie spüren bei der Behandlung also nicht den geringsten Pieks. Mit einem Roller, rundum mit feinen, superspitzen Nadeln besetzt, fährt man mit sanftem Druck über die Haut. Die Nädelchen dringen ein bis zwei Millimeter in die Haut ein, punktieren die Epidermis, zerstören jedoch nicht die Integrität der Haut. Und: Die Miniverletzungen schicken Befehle durch den Körper: „Reparatur, bitte – aber schnell.“ Wie bei jeder Verletzung setzt sich sofort und automatisch eine Kettenreaktion in Gang: Wachstumshormone aktivieren Fibroblasten, diese stimulieren die Neuproduktion von Collagen, Elastin und Hyaluronsäure; auch neue Blutgefäße werden gebildet. Die Haut wird neu gebildet, deutlich gestrafft, rosig und frisch.

Direkt nach der Behandlung werden beruhigende Masken aufgetragen, die natürliche Wirkstoffe wie Vitamin A und C in die Haut schleusen und die Regenerationsprozesse zusätzlich pushen. Das Gesicht ist nach der Behandlung leicht gerötet, mit Make-up können Sie aber direkt ins Büro gehen; wurde an Hals oder Decolleté geneedelt, empfiehlt sich ein leichter Schal – that’s it. Und nach ein bis zwei Tagen ist die Haut total in Ordnung.

 

Die beste Wirkung entfaltet sich, wenn zum Auftakt viermal im Abstand von je vier bis sechs Wochen genadelt und die Behandlung danach ein- bis zweimal jährlich wiederholt wird. Ganz ehrlich: Meine Patientinnen, die es einmal ausprobiert haben, kommen meist immer wieder. Sie empfinden das Needling nicht als unangenehm, sie betrachten es als Wellnesstermin. Sie entspannen eine Weile auf meiner Liege, fühlen sich hinterher richtig wohl in ihrer Haut – und strahlen wie die Frühlingssonne höchstpersönlich.

 

 Dr. med. Karin Semprini

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