NYC Soundtrack – Eine Foto und Musikreise

eingetragen in: Kultur, N°11 | 0

 

9030-2_Titel

Sängerinnen, die es vermögen, ein ganzes Genre wachzurütteln, sind selten. Diana Krall und Norah Jones waren solche Ausnahmeerscheinungen und haben dem Jazzgesang einen neuen Stempel aufgedrückt. Auch die Koreanerin Youn Sun Nah ist solch ein Phänomen. In den letzten Jahren hat sie die Musikwelt im Sturm erobert.

Was aber ist das Geheimnis dieses beispiellosen Erfolgs? Das neue Album „Lento“ gibt Antwort, bündelt es doch, wie unter einem Brennglas, Youn Sun Nahs einzigartige Stärken. Da ist zuallererst der selbstverständliche Zugriff auf von den unterschiedlichsten kulturellen wie musikalischen Quellen gespeistes Material. Außer beim Jazz oder bei Jazz affinem bedient sich Nah respektvoll, aber sehr freimütig bei Chanson, Pop oder Folk.

Es ist ihre Präzision bei Intonation und Phrasierung, ihr unvergleichliches Timing und ihr kristalliner Glanz, durch welche aus minimalistischen Formen höchste Eleganz, mystischer Zauber und tiefes Gefühl entspringen.

Mit ihrer individuell artikulierten Universalität ringt Youn Sun Nah dem traditionellen Jazzgesang eine neue Note ab. Originell und eigenwillig, dabei scheinbar ganz unangestrengt, eröffnet sie dem Hörer höchst reizvolle Räume. Und ist damit die aktuell vielleicht überzeugendste Repräsentantin eines Jazz, der, stilistisch aufgefächert, das ganze Spektrum professioneller Kunstmusik einverleibt

Youn Sun Nah

Lento

ACT 9030-2 | 17,50 €

REINHÖREN

Cover_9548-2Angesichts der Vielzahl herausragender norwegischer Musiker vergisst man gerne, wie wenig Einwohner das Land hat und wie klein und vernetzt die Musikszene ist. Der 33-Jährige aus Kongsberg, der in einer Bigband begann, bevor er an der Norwegischen Musikhochschule in Oslo Jazz studierte, hat seither bei bemerkenswert unterschiedlichen Bands gespielt.

All diese Einflüsse flossen in sein eigenes, 2003 gegründetes Trio „In The Country“ ein. Dass er es dabei zur meisterhaften, so noch nicht gehörten Versöhnung zwischen Tradition und Experiment, zwischen Individualität und allgemeiner Hörerfahrung, zwischen Jazz und Pop gebracht hat, das beweist sein Album „Sunset Sunrise“.

Selbst wenn Qvenild den Flügel klanglich verfremdet und erweitert  wenn er einmal improvisierend in wilde Läufe abzweigt wie auf dem Titelstück, wenn flirrende Ergänzungen aus der digitalen Welt dazukommen, wenn das zumeist sehr ruhige Tempo sich unwillkürlich beschleunigt, so geht es ihm doch nie um die Extreme. Alles bleibt natürlich, von einem ruhigen Puls geerdet und trotz aller Komplexität wohlklingend. Qvenild ist ein Meister der Reduktion, der in lang gezogenen dynamischen, rhythmischen und improvisatorischen Steigerungen wie wenige den Kern einer Melodie herausschälen kann und ihn dann in etwas Neues verwandeln kann.

In The Country

Sunset Sunrise

ACT 9548-2 | 17,50 €

REINHÖREN

9538-2_TitelNeugier und Mut sind die herausragenden Tugenden, die hinter dem Duo Paier/Valcic stehen. Die Suche nach dem perfekten Klang von Akkordeon und Bandoneon hat Klaus Paier zu einer völlig eigenen und einzigartigen Spieltechnik (auf eigens für ihn gebauten Instrumenten) geführt, die sein Instrument atmen lässt, ihm Raum verschafft – und ihm damit konkurrenzlose stilistische wie improvisatorische Freiheit verschafft. Alles klingt bei ihm an, vom Tango über Musette und die typischen Motive des Balkans bis zum Jazz.

Für Asja Valcic war es anfangs nicht leicht, auf diese Wege zu folgen, auch wenn sie alle Spieltechniken beherrscht, die das klassische Cello hergibt.

„Silk Road“ ist das Ergebnis, und es ist nicht irgendeine nächste Platte, sondern das überzeugende Ergebnis der harmonischen, sich immer noch intensivierenden Zusammenarbeit zweier abenteuerlustiger Klangraumforscher, die jeder für sich ihre Instrumente auf unvergleichliche Weise beherrschen und sich dabei perfekt ergänzen.

Und so ist „Silk Road“ noch vielschichtiger, bunter, mutiger geworden. Südamerikanisches (zum Beispiel „Celtango“) ist ebenso zu hören wie Süd- oder Osteuropäisches („Ayer“ etwa); Ruhige Balladen kontrastieren mit fröhlichem Blues („Song Is Blue“) und hart rhythmisierten Uptempo-Stücken wie Paiers „Whirlwind“ oder Valcics „Stirring Summer Storm“, die ihren Titeln alle Ehre machen.

Klaus Paier – Asja Valcic

Silk Road

ACT 9538-2 | 17,50 €

REINHÖREN

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Wohl um 1720 hat Johann Sebastian Bach seine sechs Suiten für Violoncello solo BWV 1007 – 1012 komponiert. Und bis heute gelten diese sechs Monologe mit ihrer Fülle an melodisch-thematischen Einfällen und spieltechnischen Herausforderungen als Gipfelwerke der Cello-Literatur. In Anlehnung an die historische Aufführungspraxis spielt Nils Mönkemeyer die jeweils sechssätzigen Werke mit Barockbogen und auf Darmsaiten.

Ebenfalls zu hören sind auf der Bonus-CD vier zeitgenössische Solo-Kompositionen, die teilweise im Auftrag von Mönkemeyer entstanden sind und sich mit Bach auf unterschiedliche Weise beschäftigen.

Für Bach Fans ein Muss und für alle die Bach kennen lernen möchten, ein fulminanter Einstieg.

Mönkemeyer ist übrigens am 20.05.2013 in Schloss Elmau live zu erleben.

Nils Mönkemeyer

Bach und Mehr

SONY 88765434782 | 14,99 €

REINHÖREN

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Im Oktober 2012 wurde Klaus Florian Vogt als „Sänger des Jahres“ mit einem ECHO Klassik-Preis für seine erste Solo-CD „Helden“ ausgezeichnet. Hatte er für „Helden“ Partien aus seinem umfangreichen Repertoire ausgewählt, das von Mozart über Wagner bis Korngold reicht, steht die zweite CD des Exklusivkünstlers von Sony Classical jetzt ganz im Zeichen von Richard Wagner. Zusammen mit den Bamberger Symphonikern – Bayerischen Staatsphilharmonie unter der Leitung von Jonathan Nott hat der weltweit gefeierte Wagner-Sänger Ausschnitte aus Opern aufgenommen, mit denen er an den bedeutendsten Opernhäusern begeisterte. Dazu gehören „Die Meistersinger von Nürnberg“ sowie „Lohengrin“, für den Vogt bei den Bayreuther Festspielen überschwänglich gefeiert wurde. Die Rolle des „Parsifal“ hat er jüngst erst wieder in einer Neuinszenierung an der Deutschen Oper Berlin gesungen. Bei der gefeierten Neueinstudierung vom „Ring des Nibelungen“ an der Bayerischen Staatsoper in München übernahm Vogt in der „Walküre“ die Partie des Siegmund.

Klaus Florian Vogt

singt Wagner

SONY 88725471692 | 9,99 €

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Der 22-jährige Hamburger Alexander Krichel ist ein echter Sympathieträger. Wo auch immer er auftritt begeistert er Publikum und Presse gleichermaßen. Als Pianist überzeugt er mit souveräner Technik und durchdachten Interpretationen. Zuletzt machte er beim internationalen Steinway & Sons-Wettberwerb

auf sich aufmerksam, einer unter mehreren Preisen, die er gewonnen hat. Für die Spielzeit 2012/2013 wurde er in das stART-Programm von Bayer Kultur aufgenommen, das ihm eine Förderung für die nächsten 3 Jahre garantiert. Sein Debüt bei Sony Classical widmet der junge Künstler Werken der deutschen Früh-und Hochromantik. Mit fünf von Mendelssohns „Lieder ohne Worte“, dem berühmten „Auf Flügeln des Gesanges“, den brillanten „Variations sérieuses“, „Frühlingsnacht“ & „Liebeslied“ von Schumann und Schuberts/Liszts „Die Forelle“ & „Erlkönig“ sowie Liedern für Pianoforte von Fanny Mendelssohn-Hensel. Ein spieltechnisches Feuerwerk präsentiert er mit dem Rondo brillante „La Gaiété“ von Carl Maria von Weber.

Alexander Krichel

Frühlings Nacht

SONY 88725462262 | 14,99 €

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