Was Du tust, das tue gern

eingetragen in: N°5, Seestyle Magazin, Wohnen | 0

Der Erfolg ist eine Folgeerscheinung, niemals darf er zum Ziel werden.
Gustave Flaubert

Starnberger See Immobilien
Immobilienmakler werden gerne klischeehaft mit geschniegelten, Sportwagen fahrenden Immobilienfritzen verglichen, die einzig mit Eloquenz schnelles Geld verdienen und sich ein schönes Leben machen. Gerade im Fünfseenland, wo jeder gerne wohnen möchte, könnte man denken, Häuser und Wohnungen zu vermitteln sei ein einfacher Job. Aber stimmt dieses Bild noch? Wir haben nachgefragt, was sich hinter der Arbeit eines Maklers alles verbirgt. Ein Gespräch mit den geschäftsführenden Gesellschaftern der Starnberger See Immobilien, Florian Glas und Florian Raffelt.

Seestyle:
Meine Herren, wie kommt es eigentlich, dass viele Menschen immer noch dieses veraltete Negativklischee im Kopf haben?
Glas: Sicher liegt es mit daran, dass unser Beruf in Deutschland keinen so strengen Zulassungsvoraussetzungen unterliegt wie etwa in den USA oder England. Das strapazierte Klischee wird zudem durch die platten Formate der privaten Kabelsender gestützt. Doch in der heutigen Zeit mit enormen Anforderungen an Know-how und moderne Strukturen wäre ein Maserati-Makler schnell überfordert. In der Praxis ist unser Beruf ein absoluter Fleißjob mit einer 6- bis 7-Tage-Woche.
Seestyle: Sollten wir also mehr Vertrauen in die Maklerleistung haben?
Raffelt: Es gehört viel mehr dazu als Vertrauen. Ein Makler benötigt fundierte Kenntnisse zu Vertragsrecht, Bauordnung, Bauwesen, Finanzierungsmodellen, zielgruppenorientiertem Marketing und eine Mischung aus Verhandlungssicherheit und Menschenkenntnis. Dazu eine solide Ausbildung, die Bereitschaft zur Weiterbildung und die Motivation, die Probleme des Auftraggebers in seinem Sinne zu lösen. Wir betreiben unseren Beruf mit Herz und Verstand, mit Akribie und innovativer Neugier.
Glas: Wir erstellen etwa vor jeder Immobilienvermittlung ein ausführliches Wertgutachten. Dieses dient als Grundlage für die Preisgestaltung, um die wirtschaftlichen Interessen unserer Kunden bestmöglich bedienen zu können. Dann folgt eine ausgeklügelte Marketing-Maschinerie mit immensem Aufwand an Zeit und Geld, um die geeigneten Interessenten im Markt zu erreichen. Das alles ist kein Verkaufen in Form von trickreichem Verhalten, sondern ein Austausch auf Augenhöhe mit Menschen, die heute sehr gut informiert sind.

Seestyle: Sie sprechen von innovativer Neugier. Wodurch zeichnet sich diese aus?
Raffelt: Unser Beruf ist sehr technisch geworden. Menschen reagieren sehr auf Bilder, also muss man die Immobilie ins rechte Licht rücken – das hat viel mit moderner Fototechik zu tun und hier sind wir bestens ausgestattet. Wir arbeiten außerdem stets daran, Abläufe zu optimieren. Auch unsere EDV-Standards haben hohe Priorität; so hat unser System etwa dieselben Sicherheitsstandards wie eine kleine Privatbank. Unsere Inhouse-Werbeagentur muss unsere umfangreiche Dienstleistung gut und verständlich präsentieren – und unsere Online-Firmenpräsentation wird zweimal pro Jahr überdacht und nach Bedarf relauncht, damit wir unsere Kunden optimal unterstützen können. Kurz: Wir möchten immer die Arbeitsmodule zur Verfügung zu haben, die zeitgemäß und erfolgsorientiert sind.

Seestyle: Spezialisierung ist ein Stichwort unserer Zeit. Wie stehen Sie dazu?
Glas: Wir beobachten natürlich, dass sich Maklerfirmen bestimmten Immobilienkategorien, Segmenten oder Regionen widmen. Wir sind eines der größten Immobilienbüros im Münchner Süden und sehen unsere Spezialisierung eher darin, dass wir bei jedem einzelnen Arbeitsschritt auf Professionalisierung achten – von der perfekten Aufbereitung der Unterlagen über die beste Fototechnik bis zur Tatsache, dass wir Exposés mit nur einem Klick in bis zu 40 Internetportale exportieren. Kein anderes Maklerbüro ist so breit aufgestellt.Raffelt: Wir picken uns nicht die Rosinen aus dem Kuchen, sondern können einen Kunden in allen Belangen betreuen – von der kleinen Wohnung über Gewerbeobjekte bis zum Einfamilienhaus, Vermietung ebenso wie Verkauf. Zudem haben wir ein Netzwerk bewährter, handverlesener Kontakte – vom Gärtner über den Maler, Handwerker oder Hausmeister, die das Haus repräsentabel machen, bis zum Notar, der schnell einen Vertragsentwurf erstellen kann. Und wenn jemand aus Frankfurt kommt und auch eine Zugehfrau, einen Kita-Platz fürs Kind oder Liegeplatz für sein Boot braucht, können wir ebenso helfen.

Seestyle: Wie lange dauert es, bis eine Immobilie vermittelt ist und wie viele Immobilien gehen pro Jahr bei Ihnen durch?
Raffelt: Das ist sehr unterschiedlich. Jedes Objekt hat seine spezifischen Konturen, die eventuell Kompromisse erfordern – etwa Lage oder Beschaffenheit –, aber wenn die Wertermittlung reell ist und die Marketinginstrumente die Zielgruppe erreichen, sollte der Verkauf in zwei bis drei Monaten erledigt sein. Wir vermitteln pro Jahr ungefähr 350 Immobilien – inklusive Vermietgeschäft. Zu allen Arbeitsschritten und Ergebnissen stellen wir unseren Auftraggebern übrigens regelmäßig detaillierte Dokumentationen zur Verfügung.

Seestyle: Wie sehen diese Dokumentationen aus?
Raffelt: Wir arbeiten mit einer maßgeschneiderten Maklersoftware. Hier sind alle Kontakte und Objekte angelegt, darüber wickeln wir die gesamte Kommunikation ab. Wir können direkt aus der Anwendung telefonieren, jedes Gespräch wird dokumentiert. Alle Exposés und Anfragen, alle Termine und Ansprechpartner, das Verschicken von Unterlagen – alles wird auf die Sekunde genau verbucht. Wir können also exakt belegen, was wir unternommen haben .
Glas: Die Dokumentation macht Dinge auch für den Kunden nachvollziehbar. Wenn wir zum Beispiel ein bestimmtes Problem in einer Immobilie sehen, welches durch die Rückmeldungen der Interessenten belegt wird, können wir Lösungsvorschläge anbieten oder einem Interessenten preislich entgegenkommen, um das Geschäft für alle erfolgreich abzuschließen.

Seestyle: Wie finden Sie bei dieser riesigen, technischen Maschinerie und den Erfordernissen des Marktes die Balance zwischen Professionalität und Menschlichkeit?
Glas: Durch Freude an der Arbeit und die Erkenntnis, dass alles miteinander verbunden ist. Wir arbeiten für Menschen und mit Menschen, die manchmal nur einmal im Leben eine Immobilie verkaufen oder erwerben – und dieser Verantwortung müssen wir uns bewusst sein. Dann sind Professionalität und Effizienz die logischen Folgen unserer menschlichen Haltung – und nicht das erzwungene Ergebnis betriebswirtschaftlicher Ziele.

Seestyle: Erfolg ergibt sich also nicht aus Streben nach Gewinn, sondern stellt sich automatisch ein, wenn man den Kunden zufriedenstellen möchte?
Raffelt: Ich zitiere meine Großmutter: „Was Du tust, das tue gern.“ Wir sind hier, weil der Beruf und der Umgang mit Menschen uns viel Freude macht. Natürlich freuen wir uns auch über gute Umsätze, aber wir zäumen das Pferd nicht von hinten auf. Ich denke nicht, jetzt müssen wir ein paar Objekte reinkriegen, damit ich mir bestimmte materielle Dinge leisten kann. Ich habe natürlich ein Produkt, hinter dem ich stehe – aber es geht mir nicht darum, dieses möglichst schnell zu verkaufen, sondern meinen Kunden zufriedenzustellen. Und wer all diese Dinge richtig macht, hat dann auch das Recht, damit Erfolg zu haben.

Jutta Mlnarschik